Vermittlungsablauf

Sie haben Ihren Traumhund entdeckt und möchten ihm ein neues Zuhause schenken? Großartig! Bitte füllen Sie dann das Kontaktformular für Vermittlungen aus, damit wir uns einen ersten Eindruck von Ihnen und Ihren Lebensumständen machen können. Wir melden uns anschließend telefonisch bei Ihnen, um Ihre Fragen zu beantworten und Sie besser kennenzulernen.

 

„Liebe Interessenten von Hunden aus dem Auslandstierschutz,

jeder Tierschützer freut sich ein Loch in den Bauch, wenn einer seiner Schützlinge die Tötung, ein Shelter oder die Straße verlassen darf! Worüber sich niemand freut, ist, wenn nach drei Stunden, einem Tag oder ein paar Tagen die Meldung kommt, der Hund muss sofort weg, weil er knurrt, sich nicht anfassen lässt, nicht stubenrein ist, bellt, Angst hat, krank ist und und und!
BITTE denkt vorher drüber nach, was ihr da tut! Bedenkt, wo der Hund herkommt, was er vielleicht erlebt hat! Die Meisten kennen nur Gewalt, Hunger, Vertreibung und Angst! Auch wenn man es nicht auf Anhieb sieht, ein Trauma haben alle, manche mehr, andere weniger! Alleine schon die Tatsache, dass die Hunde in eine Box gesteckt, tausende von Kilometern gefahren, bei fremden Menschen abgeladen werden (die Hunde wissen nicht, dass es ihnen jetzt besser gehen soll), fremde Sprache, Menschen, die sie bedrängen, anfassen, auf sie einreden, alles das ist schon eine traumatische Erfahrung!
BITTE lasst den Hunden Zeit, lasst sie ankommen, regt euch nicht über eine Pfütze oder einen Haufen auf! In den ersten Tagen keinen Besuch, lasst es, den armen geretteten Hund allen vorführen zu wollen! Keine Nachbarskinder! Keine Partys! Wenn der Hund mal knurrt, lasst ihn in Ruhe! Wartet, bis er zu euch kommt, bis er eure Hand spüren will! Habt Geduld und Liebe, dass ist das Wichtigste und dann müssen wir nicht mehr lesen: Der Hund muss sofort weg!
Und bitte, seid verantwortungsvoll und kauft ein Sicherheitsgeschirr! Dann müssen wir auch nicht mehr lesen: Hund entlaufen, Hund tot gefunden!“

Wohin vermitteln Sie?

Unsere Hunde werden gegen Schutzvertrag, Schutzgebühr und nach erfolgreicher Vorkontrolle nach Deutschland und ins europäische Ausland vermittelt.

Was ist eine Vorkontrolle und warum muss sie sein?

War das Telefongespräch für beide Seiten positiv und Sie sind immer noch entschlossen diesem Hund ein Zuhause zu geben, vereinbaren wir einen Termin für eine sogenannte Vorkontrolle.

Lassen Sie sich von diesem negativen Wort nicht abschrecken: Es geht nur darum, Sie persönlich und näher kennenzulernen und festzustellen, ob die Gegebenheiten vor Ort zu Ihrem Wunschhund passen. Wenn möglich kommen wir selbst vorbei, ist die Entfernung zu groß, schicken wir befreundete Tierschützer vorbei.

Bitte beachten Sie, dass ein Termin zur Vorkontrolle häufige einige Tage der Planung auf unserer Seite bedarf, gerade wenn wir selbst nicht in Ihrer Nähe wohnen.

Warum eine Schutzgebühr?

Für die Vermittlung unserer Hunde fällt für Sie eine sogenannte Schutzgebühr in Höhe von 340,00€ / bzw. 350,00€ für Schweizer Bürger (aufgrund der anfallenden Gebühren) an.

Nicht immer entspricht die Schutzgebühr dem „Marktwert“ eines Tieres. Wenn Sie das erste mal mit dem Auslandstierschutz in Berührung kommen, denken Sie vielleicht, dass wir mit der Schutzgebühr gewinn erzielen. Dem ist bei weitem nicht so.

Von der Schutzgebühr bezahlen wir die Kosten für Impfung, Kastration, tierärztliche Versorgung und Check Ups, das Chippen, notwendige Papiere für die Ausreise, ggfs. die Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten und den Transport über rund 2700km nach Deutschland.

Nicht selten kommen die Hunde in einem desolaten Zustand im Tierheim an, was eine intensive Behandlung zu Beginn und damit große Rechnungen verursacht.

Häufig entspricht die Schutzgebühr nur einem Bruchteil der tatsächlichen Kosten. Ohne Spenden ist unsere weitere Tierschutzarbeit daher unmöglich.

Darüber hinaus handeln wir nach dem Solidaritätsprinzip: Die jungen, gesunden, süßen, kostenarmen Hunde und deren Schutzgebühr machen es erst möglich, dass wir auch alten, kranken und vielleicht weniger „schönen“ Hunden helfen können. Genau diese Hunde liegen uns aber besonders am Herzen.

Bitte beachten Sie, dass wir Hunde nicht an Menschen abgeben, die die Schutzgebühr nicht bezahlen können oder wollen. Denn das birgt für uns und den Hund die Gefahr, dass er aus finanzieller Not heraus später wieder abgegeben wird, oder nicht angemessen medizinisch versorgt werden kann.

Wenn wir den Hund für Sie in Spanien reservieren und für den Transport nach Deutschland anmelden, müssen wir die Transportgebühren in Höhe von 110€ bereits begleichen. Sollten Sie kurz vor Ankunft des Hundes die Adoption ohne triftigen Grund* absagen, behalten wir die Transportgebühr ein, da wir selbst das Geld für den gebuchten Transportplatz nicht mehr zurückbekommen.

Tierschutz lebt leider nicht nur vom Mitgefühl, er ist auch mit teilweise horrenden Kosten verbunden die wir zu stemmen versuchen. Bitte helfen Sie uns bei unserer Mission mit Sach- oder Geldspenden. Nur so ist es uns auch weiterhin möglich, arme Seelen in liebevolle Familien zu vermitteln.

Der Tierschutzvertrag

Unsere Vierbeiner werden gegen eine Schutzgebühr + einen Vertrag abgegeben. Inhalt dieses Vertrages ist u.a. die Versicherung, dass der Hund von Ihnen nicht eigenhändig abgegeben oder weitervermittelt werden darf. Er bleibt im Besitz des Vereins und geht an diesen zurück, sollten Sie Ihren Vierbeiner abgeben müssen.

Selbstverständlich lassen wir Ihnen den Vertrag vorab zum gründlichen Durchlesen zukommen. Sie können Ihn anschließend unterschrieben an uns zurücksenden. Bei Fragen oder Unsicherheiten diesbezüglich hilft Ihnen Ihre Vermittlerin gerne weiter.

Wie kommt der Hund zu mir?

Ist die Vorkontrolle positiv abgelaufen, wird der Hund für Sie, nach Überweisung der Schutzgebühr, in seinem Tierheim reserviert und ausreisefertig gemacht. Das bedeutet er wird geimpft, gechipt, erhält einen EU-Heimtierausweis und wird tierärztlich durchgecheckt.

Üblicherweise wird er dann mit dem nächst möglichen Autotransport zu unserer Ankunftsstelle in 69207 Sandhausen oder 30823 Garbsen gebracht, wo Sie ihn abholen können. Fahrketten in andere Städte sind eventuell möglich, bedürfen aber einer längeren Planung und können nicht immer angeboten werden.

Sollte der Hund sich bereits auf einer deutschen Pflegestelle befinden, sollten Sie ihn dort vorab besuchen und persönlichen kennenlernen. Sind anschließend beide Seiten voneinander begeistert, kann geklärt werden, wann, wo und wie Sie Ihr neues Familienmitglied abholen können.

Was passiert danach?

2 – 5 Monate nach erfolgreicher Vermittlung kommen wir, oder einer unserer Tierschutzkollegen bei Ihnen vorbei, um zu sehen wie es Ihnen mit Ihrem neuen Familienmitglied ergangen ist. Bei der sogenannten Nachkontrolle geht es also darum, noch einmal sicherzustellen, das Hund und Adoptivfamilie glücklich sind und gut zueinander passen.

Sollten Sie nach der Adoption Ihres Hundes Fragen oder Probleme haben, dürfen Sie sich selbstverständlich jederzeit bei uns, oder direkt bei Ihrem Vermittler melden. Auch nach Jahren der Vermittlung stehen wir gern zur Seite, wenn es schwierige Situationen gibt.

Außerdem freuen wir uns sehr über Fotos, Berichte und digitale Post unserer Schützlinge. Wenn Sie Lust haben uns zu zeigen wie sich ihr Second-Hand-Hund gemausert hat, senden Sie uns doch eine E-Mail oder posten Sie Ihre Fotos in unserem Forum.

 

 

 

* Als triftige Gründe akzeptieren wir z.B. nachweisliche akute Erkrankungen z.B. mit Krankenhausaufenthalt oder Informationsänderungen bei Ihrem reservierten Tier. (Z.B. höheres Alter als bisher angegeben, neu entdeckte Krankheit o.ä.)