Bekomme ich einen gesunden Hund?

Über Vorerkrankungen Ihres Hundes informieren wir Sie so früh wie möglich, sollte bereits eine Erkrankung bekannt sein, ist diese stets in seine Beschreibung vermerkt.

Leider können wir für unsere Hunde keine 100% Gesundheitsgarantie geben, trotz Gesundheitscheck vor Ausreise. Die Überbelegung der TIerheime, schwierige hygienische Bedingungen vor Ort und eine Unterbringung vieler Tiere auf engstem Raum macht dies einfach unmöglich.

Wir versprechen Ihnen jedoch, mit gesundheitlichen Problemen Ihres Hundes von denen wir wissen, so offen wie irgendwie möglich umzugehen.

 

Hunde aus Spanien

Im südländischen Raum sind die sogenannten Mittelmeerkrankheiten (ganz besonders die Leishmaniose) häufig vertreten. Wir testen alle unsere Hunde vor der Ausreise auf diese Krankheiten und informieren Sie umgehend über das Ergebnis.

Sollte eine Vorerkrankung vorliegen, können Sie immer noch entscheiden, ob Sie den Hund dennoch adoptieren und er mit dem nächsten Transport ausreisen darf – wir hoffen natürlich ja, denn die Vermittlungschancen des Hundes verschlechtern sich damit dramatisch. Dabei ist die am häufigsten vorkommende Mittelmeerkrankheit, die Leishmaniose, kein Hindernis für ein glückliches Hundeleben.

 

** Maternale Antikörper bei Leishmaniose **

Warum Antikörper-Tests bei Welpen wenig aussagefähig sind

Um Neugeborene und Welpen vor Infektionskrankheiten zu schützen, bis sie ihr eigenes Immunsystem aufbauen können, werden bei Hunden hauptsächlich über die sogenannte Biestmilch (Kolostrum) vom Muttertier maternale (mütterliche) Antikörper übergeben. Diese führen beim Welpen in der Regel zu einer vorübergehend passiven Immunität, welche den Welpen einige Tage, Wochen oder Monate schützen sollen. Die Dauer ist neben der anfänglichen Antikörperkonzentration auch im Besonderen von der spezifischen Halbwertszeit der jeweiligen Antikörper (AK) abhängig, die für jede Infektionskrankheit charakteristisch ist. 

 

Obwohl nun die bei einer Infektion z.T. gebildeten Antikörper zwar nicht effektiv sind im Kampf gegen die Leishmanien, werden sie dennoch, soweit beim Muttertier vorhanden, von ihr auf die Nachkommen übertragen. Bei den meisten Infektionskrankheiten, gegen die auch zumeist Impfungen möglich sind, geht man davon aus, dass diese AK mit ca. 8-12 Wochen abgebaut sind. Die spezifische Halbwertszeit der Antikörper gegen die canine Leishmaniose beträgt jedoch zumeist einige Monate, was man schon daran erkennt, dass sie auch nach effektiver Behandlung und überwundener Infektion lange brauchen, bis sie sich abbauen.

 

Was bedeuten nun Befunde aus diesen ELISA- oder IFAT-Tests bei einem Junghund in den ersten Lebensmonaten?

 

negativer Befund:

• es wurden keine mütterlichen AK übergeben, oder sie wurden bereits abgebaut und 

• und es wurden auch keine eigenen AK gebildet, 

 entweder

• weil nicht infiziert oder

• weil nicht erkrankt oder

• weil infiziert und erkrankt, aber sein Immunsystem ist nur noch nicht in der Lage eigene AK zu bilden.

 

positiver Befund:

• es kann sich um eigene oder um mütterliche AK handeln, ob auch tatsächlich eine Infektion oder eine Erkrankung vorliegt, kann daraus nicht geschlossen werden. Denn selbst erkrankte Mütter übertragen beim Geburtsakt nicht zwangsweise die Parasiten an ihre Welpen.

 

Daher machen indirekte Testverfahren auf Antikörper als Nachweis bei Welpen und Junghunden alleinzur Bestätigung oder Ausschluss einer Leishmaniose keinen Sinn.

Die Situation vor Ort

Die Hunde leben in Ihren Tierheimen und Auffangstationen unter schwierigen hygienischen Bedingungen, weshalb ein Wurmbefall mit sogenannten Giardien oder normalen Bandwürmern häufiger vorliegt. Der Verbreitung der Würmern ist vor Ort nicht Herr zu werden, hier in Deutschland können Sie die ungefährlichen Parasiten jedoch mit der Eingabe von (häufig nur) einer einzigen Tablette behandeln. Wir empfehlen grundsätzlich eine Entwurmung Ihres Hundes nach der Ankunft, hier wird Sie aber auch Ihr Tierarzt fachmännisch beraten.

Leider sind auch entzündete Augen- oder Ohren keine Seltenheit. Wenn möglich werden solche Erkrankungen bereits vor Ort behandelt, nicht immer jedoch mit Erfolg. Dann kann eine Nachbehandlung in Deutschland notwendig sein.

 

Wir wollen Sie nicht abschrecken…

…sondern ehrlich zu Ihnen sein: Die gesundheitlichen Standarts in Süd- und Osteuropa sind anders, als unsere hier in Deutschland. Ein Hund aus dem Tierschutz bringt immer ein bisschen Arbeit mit sich, sei es, weil er nur wenig oder keine Erziehung genossen hat, oder weil er gesundheitlich noch nicht makellos ist. Bitte seien Sie sich von vornherein bewusst, dass wir keine Garantien geben können und Sie gewissermaßen ein kleines Überraschungspaket erhalten.

Wir versprechen Ihnen aber, dass Ihnen dieser Hunde Ihre Fürsorge, Liebe und Geduld mit unendlicher Treue danken wird. Und sie werden überrascht sein, wie schnell Ihr Schützling Fortschritte machen wird.