7 auf einen Streich – der letzte Transport im Jahr 2015

7 auf einen Streich – der letzte Transport im Jahr 2015

Wir haben strahlend blauen Himmel, neun lauwarme Grad mittem im Dezember, allerfeinsten Sonnenschein – und den letzten Transport des Jahres vor der Tür. Die Glücklichen? Gleich sieben wundervolle, einzigartige Hunde.

Der Parkplatz ist gefüllt mit aufgeregten Menschen in freudiger Erwartung. Sie alle fahren heute mit einem vierbeinigen Familienmitglied mehr nach Hause und die letzten Minuten bis zur Transportankunft sind immer die längsten.

Doch dann ist es endlich soweit: Unsere spanischen Transporteure fahren im weißen Transporter vor und zaubern allen ein Lächeln ins Gesicht. Da werden auch gleich die ersten Taschentücher gezückt um die Freudentränen zu trocknen, als die Transportertür aufgeht und wir in viele erwartungsvolle Hundegesichter sehen.

Weil wir heute gleich sieben tolle Tierchen an Board hatten, möchten wir sie Ihnen einzeln vorstellen und kurz etwas über sie erzählen. 🙂

BRUSS

Bruss hatte als an Ehrlichiose erkrankter Hund inklusive seiner Erblindung die denkbar schlechtesten Vermittlungschancen. Das gerade er ein Zuhause findet, noch dazu eines das mit blinden Hunden vertraut ist, ist mehr als ein 6er im Lotto, sondern eher ein Wunder.

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Bruss‘ Adoptivmutti hatte Freudentränen in den Augen, als der drollige Zottel ausstieg. Obwohl er blind und damit völlig orientierungslos war, bezauberte Bruss uns alle mit seiner fröhlichen, aufgeschlossenen und mutigen Art. Er tapste mit seiner neuen Familie über den Platz, ließ sich von allen streicheln und hörte aufmerksam zu. Das Beste: Für Bruss gibt es einen automatischen „Wedelknopf:“ Wenn man pfeift, fängt sein Puschelschwänzchen an zu wedeln. Zuckersüß!

DULCE

Unsere kleine Dulce sollte der erste Hund unseres Vereins werden, der zunächst auf Pflege nach Deutschland kommen würde. Die Adoptantin unseres Remus (zu sehen weiter unten) erklärte sich bereit das kleine Mädchen mitzunehmen, um sie der Pflegestelle zu übergeben.

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Doch dann kam alles anders: Dulce einmal eingepackt, entschied sich Remus Mama dazu die kleine Maus einfach zu adoptieren. Remus und Dulce, hier auf dem letzten Foto zusammen zu sehen, sind nun Adoptivgeschwister. – Das war mit Abstand unsere schnellste Adoption! Alles Gute kleine Dulce!

GAUDI

Unser toller Gaudi hatte viele Anfragen, aber aus keiner wollte etwas werden… bis Gaudis heutiger Adoptivvater auf der Bildfläche erschien und sich dem stattlichen Bub annahm. Auch hier war es Liebe auf den ersten Blick. „Als ich ihn gesehen hab, hatte ich wirklich Pipi in den Augen.“, sagte Gaudis neuer Besitzer später. Die Männerfreundschaft war sofort beschlossen.

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Gaudi war völlig entspannt, freundlich zu allem und jedem und dankbar für jede Streicheleinheit. Nach wenigen Minuten legte er sich bereits längs auf den Parkplatz, um sich von seinem neuen Papa genüsslich den Bauch streicheln zu lassen. So sieht der Start in ein glückliches Leben aus!

LUNACANELA

Unser kleines Hinkebein Lunacanela war ebenfalls eine Hündin mit schlechten Vermittlungschancen. Nach über einem Jahr Aufenthalt in der Tierklinik, in der ihr Bein leider nicht „repariert“ werden konnte, verbrachte sie Monate im Tierheim ohne jede Anfrage.

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Zum Glück ist das jetzt alles Vergangenheit! Lunacanela war eine ganz süße Maus. Kaum aus der Box, ein mal geschüttelt, Haare sortiert, und schon über den Platz getrippelt. Ganz besonders gut fand sie die Leute, die mit dem gekochten Hühnchen umher liefen… Und probeweise hoppste sie auch gleich mal ins Auto. Alles kein Problem!

NUBE

Unser großes Mädchen Nube, zu deutsch „Wolke“, hatte in Spanien die Aussicht auf ein Zuhause. Doch dann platzte die Adoption in letzter Minute. Unsere spanischen Kollegen baten uns um Hilfe und es dauert nur einige Wochen, bis wir eine Traumfamilie für Nube ausmachen konnten.

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Nube wurde herzlich in Empfang genommen und ist eine ganz tolle Hündin: Trotz ihrer Größe eine sanftmütige, elegante Dame mit strahlenden Augen. Sie zieht in eine große Familie mit vielen anderen Hunden und Pferden. Wir sind uns sicher, dass sie hier ein fabelhaftes Leben haben und ihre Menschen bereichern wird.

REMUS

Unser kleiner Remus saß bis vor kurzem in der Tötungsstation in Almeria und war damit unmittelbar der Gefahr ausgesetzt, getötet zu werden. Jetzt hat er das große Los gezogen!

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Zwar war der kleine Kerl am Anfang ein bisschen zurückhaltend und etwas überfordert mit der neuen Situation und den vielen fremden Menschen, doch er wurde zusehends lockerer und entspannter. Sobald man ihn streichelte wurde er gleich viel ruhiger. Und mit seiner „spontanen“ Adoptivschwester Dulce hat er eine selbstbewusste junge Dame an der Seite, die ihn toll in sein neues Leben begleiten wird.

ROMULUS

Auch Romulus kommt aus der spanischen Tötungsstation und lief hier Tag für Tag Gefahr, auf der gefürchteten Tötungsliste zu landen. Wie man einen so goldigen, gesunden, liebebedürftigen Knaben euthanasieren könnte ist uns ein totales Rätsel!

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Dieser kleine Knirps war die pure Fröhlichkeit auf vier Beinen! Seiner neuen Familie hat er ununterbrochen Küsschen verteilt, sich über alles und jeden gefreut und sich sofort in das Herz seiner Adoptanten geschlichen. Diesen Wonneproppen muss man einfach lieb haben und wir sind froh, dass er es so gut getroffen hat.

Vielen Dank für dieses tolle Jahr 2015

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Von links nach rechts: Anni 3. Vorsitzende, Tamara 1. Vorsitzende, Roswitha 2. Vorsitzende

14 glückliche Hunde haben seit Vereinsstart Ende August ein Zuhause gefunden. 10 fleißige, 100% ehrenamtliche mitwirkende Mitglieder arbeiten häufig mehrere Stunden täglich für Erfolgserlebnisse wie diese.

Für uns alle war es ein turbulentes und nicht immer ganz einfaches erstes Vereinsjahr. Doch wir haben viel erreicht und für 2016 große Pläne. Gerade die Ankunft heute hat gezeigt, dass die Mühe am Ende mit strahlenden Hunde- und Menschengesichtern entlohnt wird und sich alles auszahlt.20

Zum Ende des Jahres möchten wir ganz besonders den Menschen danken, die uns in unserer Arbeit unterstützen: Zunächst einmal unserem fabelhaften Team, das Hand in Hand und Tag für Tag für die Vermittlung unserer Hunde schuftet.

Natürlich auch unseren spanischen Tierschutzkollegen, die ebenfalls alles geben um die Kooperation mit uns zum Erfolg zu führen. Ohne sie wäre das alles undenkbar!

Ebenfalls undenkbar wäre unsere Arbeit ohne die Unterstützung von Paten und Spendern. Hunde aus der Tötungsstation kosten mehr, als die Schutzgebühr einbringt, um nur ein Beispiel zu nennen. Ohne Ihre Spenden wären wir machtlos und in diesem Fall handlungsunfähig. Ein ganz besonderes Dankeschön daher für Ihre finanzielle Unterstützung!

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Helfer, Unterstützer, Pflegestellen und Ratgeber. Auch unser neues, sehr kooperatives Veterinäramt in Berlin soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Wir hoffen Sie alle sind auch im nächsten Jahr an unserer Seite und unterstützen uns weiterhin dabei, vergessene Straßenhunde in ein glückliches Leben zu führen.

Vergiss mich nicht Tiernothilfe e.V.